Montag, 11. Dezember 2017

Selbsthilfe und Integration in Wolfenbüttel

Am vergangenen Samstag (30.11.2013) führten die beiden Referentinnen Tanja Pantazis und Tülin Colakgil vom niedersachsenweiten Projekt „Selbsthilfe und Integration“ einen interaktiven Workshop zum Thema „Kultur und Gesundheit“ in der Selbsthilfe-Kontaktstelle Wolfenbüttel durch. Menschen mit und ohne Zuwanderungsgeschichte nahmen an diesem Workshop teil. Am Vormittag lag der Themenschwerpunkt auf Kultur und Migration. Hierbei stellte Tülin Colakgil, die gleichzeitig auch Künstlerin ist, die Kulturpalette eines jeden Menschen vor. Was passiert mit einem Menschen, der in eine neue Gemeinschaft migriert? Was passiert mit den Werten und Einstellung in einer neuen Umgebung?

Der zweite Teil widmete sich dem kulturellen Vergleich von Gesundheit und Krankheit. So gibt es Sprachen, die viel differenzierter als das Deutsche  mit dem Begriff Krankheit umgehen. Als Beispiel sei hierbei das Englische aufgeführt, die zwischen illness, sickness und disease unterscheidet.  Auch die Erklärungsmodelle für eine Krankheit können variieren, so gibt es Menschen, bei denen die Eigenverantwortlichkeit der Lebensführung im Mittelpunkt steht. Andere wiederum sehen eine Krankheit als Schicksal oder Gottesfügung.

Der Workshop hat allen Beteiligten große Freude bereitet und hat dazu geführt, eigene Wahrnehmungsmuster zu reflektieren. Nach einer interkulturellen Übung äußerte eine Frau aus der Selbsthilfegruppe „Kraft schöpfen“: „Es ist wirklich gar nicht so leicht, seine kulturelle Brille abzusetzen und verschiedene Situationen aus einer anderen Perspektive zu betrachten.“

Christine Freywald von der Selbsthilfe-Kontaktstelle Wolfenbüttel resümiert, dass das ein gelungener Auftakt für das Thema Interkulturelle Öffnung und Migration gewesen ist und sie und die Selbsthilfegruppen sich auch weiterhin mit dem Thema Migration beschäftigen werden. Weitere Aktivitäten in diesem Bereich sind bereits in Planung.