Sonntag, 10. Dezember 2017

Andere Länder – andere Sitten

Zwei Fachveranstaltungen zur interkulturellen Öffnung für Selbsthilfe-Fachkräfte am 29.10.2013 und am 19.03.2014

Im Rahmen des Projektes zur interkulturellen Öffnung der Selbsthilfe führte das Selbsthilfe-Büro Niedersachsen in Hannover zwei eintägige Veranstaltungen für Selbsthilfe-Kontaktstellen durch. An den Veranstaltungen nahmen insgesamt 24 Fachkräfte aus 15 Einrichtungen teil.

Die Durchführung übernahm Petra Ulbrich, die bereits in verschiedenen Einrichtungen die interkulturelle Öffnung begleitet hatte.

In zwei inhaltlichen Bereichen wurde den Fachkräften der Bereich interkulturelle Öffnung näher gebracht:

In verschiedenen Übungen und „Spielen“ versetzten sich die Teilnehmer/innen in die Situation von Menschen, die sich in einer fremden Kultur wiederfinden. Wie reagiere ich, wenn ich plötzlich die „Regeln“ in sozialen Kontakt nicht mehr verstehe? Was tue ich, wenn mein Gegenüber offensichtlich ganz anders auf mein Verhalten reagiert, als ich es gewöhnt bin? Aber auch: wie reagieren wir als Gruppe, wenn jemand dazukommt, der sich nach anderen Grundsätzen verhält als wir? Welche Gefühle löst so eine Situation bei uns aus? Wie interpretieren wir ein bestimmtes Verhalten? Finden wir eine Lösung für mögliche Probleme, die dadurch entstehen? Was können wir tun, um kulturimmanente Interpretationen so weit wie möglich zu vermeiden?

Mit Hilfe verschiedener Beispiele von Menschen verschafften sich die Teilnehmer/innen einen tieferen Eindruck der am häufigsten anzutreffenden fremden Kulturkreise und diskutierten ihre fachlichen (und persönlichen) Möglichkeiten, einen Zugang zu finden.  Zu diesem am praktischen Tätigkeitsfeld der Selbsthilfe-Unterstützung orientierten Teil der Veranstaltungen gehörte auch ein Vortrag der Referentin, der unterschiedliche Kulturtypen, verschiedene Verhaltensweisen und Haltungen vorstellte.

Die Veranstaltungen zeigten uns zum einen, wie unterschiedlich sich kulturelle Unterschiede auswirken. Zum anderen wurde aber auch deutlich, wie unterschiedlich auch wir als Fachkräfte an Themen herangehen oder auf Menschen zugehen. Jede und jeder muss für sich herausfinden und entscheiden, wie weit er oder sie sich öffnen kann, wo die eigenen Grenzen im Zugang auf andere Kulturen liegen und wie wir mit diesem „persönlichen Gepäck“ eine Öffnung der eigenen Haltung und der Arbeit in der Selbsthilfe-Unterstützung bewerkstelligen wollen.

Die Veranstaltungen haben - neben dem Fortbildungsaspekt - uns neugieriger gemacht und für viel Diskussionsstoff gesorgt.