Montag, 11. Dezember 2017

Meppen - Selbsthilfetag 2014

Meppen (lke) – Mehr als 4000 Menschen nehmen regelmäßig an Treffen in Selbsthilfegruppen im Emsland teil. In über 200 Gruppen sprechen sie beispielsweise über Krankheiten, eigene Probleme und daraus resultierende Ängste. Doch die wenigsten Teilnehmer sind Menschen mit Migrationshintergrund. Das soll sich jetzt ändern. Der Selbsthilfetag 2014 am 24. 5. (Sa.) in der MEP steht deshalb unter dem Motto „Komm wer immer du bist“ und wird im Rahmen des Projektes „Selbsthilfe und Integration“ veranstaltet.

„Wir wollen uns weiter öffnen“, sagt Ingrid Dülm. Sie leitet die Kontakt- und Beratungsstelle für Selbsthilfe (KoBS) des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Emsland. Zwar sind in den vergangenen Jahren die Zahl der Selbsthilfegruppen gestiegen, jedoch die Zahl der Teilnehmer mit Migrationshintergrund weiter gering geblieben. Doch auch sie haben Probleme, leiden möglicherweise unter Krankheiten und wollen darüber sprechen. Das Problem: Selbst für Menschen ohne Migrationshintergrund ist der Weg zu einer Selbsthilfegruppe nicht immer einfach. Oftmals muss eine unsichtbare Hürde genommen werden, um offen über ein persönliches Schicksal zu sprechen.

Menschen mit Migrationshintergrund haben zudem mit Verständigungsschwierigkeiten zu kämpfen. „Doch Selbsthilfegruppen sind für viele Menschen ein guter Weg, um über persönliche Schicksale zu sprechen und durch die Gespräche Linderung zu erfahren“, lädt Dülm ausdrücklich auch diese Menschen ein.

Damit ihr Ruf nicht ungehört bleibt, erhält sie nun Unterstützung von Ulrike Otten von der Leitstelle für Integration beim Landkreis Emsland. Sie kennt die Situation vieler Menschen mit Migrationshintergrund im Emsland. Und sie weiß: Auch hier gibt es Sorgen, Nöte, aber auch Erkrankungen über die die Menschen mit Gleichgesinnten sprechen möchten. „Ich freue mich riesig, dass die Selbsthilfegruppen ihre Türen weiter öffnen“, sagt sie, weiß aber auch um die möglichen Schwierigkeiten. Vorbehalte und Ängste beispielsweise. Auf beiden Seiten. Sprachprobleme.

„Viele Menschen haben gelernt, dass Probleme innerhalb der Familie gelöst werden müssen. Viele Menschen mit Migrationshintergrund müssen erst lernen, offen mit ihren persönlichen Schicksalen umzugehen“, sagt Otten. Deshalb sieht sie den kommenden Selbsthilfetag als ersten Schritt in die richtige Richtung. „Wenn beide Seiten sich langsam öffnen, sowohl die Gruppenteilnehmer als auch Migranten, dann kann etwas Fruchtbares für alle entstehen“, hofft sie. Damit dies so ist, haben die Organisatorinnen des Selbsthilfetages am 24. Mai in der MEP einiges auf die Beine gestellt. Nach der Eröffnung der Veranstaltung mit Schirmherr Reinhard Winter ab 11 Uhr stellen sich etliche Gruppen vor. Das Kunstprojekt „Komm, wer immer du bist“ wird präsentiert. Nebenher treten bis 17 Uhr die Tanzgruppe „Rossinka“ und die „Zirkuswelt Haren“ auf. Doch nicht nur Menschen mit Migrationshintergrund sind an diesem Tag eingeladen, sich mit dem Thema Selbsthilfe auseinander zu setzen. „Die Türen sind für alle offen, komm wer immer du bist“, lädt Ingrid Dülm ein. Informationen gibt es bei ihr unter Tel. 0 59 31/140 00, per E-Mail an kontakt@selbsthilfe-emsland.de sowie auf www.selbsthilfe-emsland.de.