Montag, 11. Dezember 2017

Workshop Kultur, Migration und Gesundheit¨

Menschen mit Migrationshintergrund für Teilnahme an Selbsthilfe gewinnen

Erster Workshop des ¨Arbeitskreis Selbsthilfe und Integration in Friesland¨ in Jever fand reges Interesse.

Jever/Friesland. Der erst vor wenigen Monaten gegründete Arbeitskreis ¨Selbsthilfe und Integration in Friesland¨ veranstaltete jetzt einen ersten Workshop in der Jugendherberge Jever: Die Referentinnen vom ¨Selbsthilfe-Büro Niedersachsen¨, die Interkulturellen Trainerinnen vom ¨Selbsthilfe-Büro Niedersachsen¨TülinColakgil und Tanja Pantazis, plädierten  in dem gut besuchten Workshop zum Thema "Kultur Migration und Gesundheit" für "mehr Teilhabe von Menschen mit Migrationshintergrund an Selbsthilfe".  Ein erster Erfolg zeigte sich bereits am Schluss des Workshops: Einige Teilnehmerinnen wollen  sich in dem  Arbeitskreis aktiv einbringen

Die Mitgliedsorganisationen des  Arbeiteskreises "Selbsthilfe und Integration in Friesland": Die friesischen Selbsthilfegruppen  (vertreten durch Cornelia Peichert) Leitstelle für Integration von Zuwanderern

Für Interessierte an einer Mitarbeit im Arbeitskreis hat, ist  Gabriele Peest von der Kontakt-und Informationsstelle für Selbsthilfe (KISS) die Ansprechpartnerin. Die Kontaktmöglichkeiten: Telefon 04451 - 914646 oder via E-Mail kiss-friesland paritätischer.de.

Als weitere Veranstaltungen plant der Arbeitskreis ein "Internationales  Sommerfest" für Menschen mit oder ohne Migrationshintergrund Ende Juni in Varel.

Die beiden Referentinnen des ¨Selbsthilfe-Büros Niedersachsen ¨ in Hannover, die Interkulturellen Trainerinnen des Selbsthilfe-Büros Tülin Colakgil und Tanja Pantazis schilderten die besonderen Verbindungen zwischen ¨Krankheit  und Gesundheit im Zusammenhang mit Migration¨: Die Erfahrungen in einem neuen Land, einem völlig anderen Umfeld, psychische Belastungen durch den als bedrohlich empfundenen Alltag,  ohne die bis zur Ausreise gewohnte Geborgenheit der Heimat  seien häufig die Ursache für psychische Erkrankungen und somatsche  Beschwerden. 

Hier könnte die Selbsthilfegruppe eine wichtige helfende Rolle spielen  Um bei den Betroffenen, die in ihren Heimatländern wohl kaum mit dem Selbsthilfegedanken in Berührung gekommen sein dürften,  das Interesse für praktizierte  Selbsthilfe zu wecken, sei ¨Kreativität gefragt¨. Vertrauen lasse sich in erster Linie durch persönliche Kontakte schaffen. In der Gemeinschaft einer Selbsthilfegruppe könnten Probleme aufgegriffen werden, die vor allem Menschen mit Migrationshintergrund erlebten. Das anscheinend bedrohlich Fremde macht Angst, die Umwelt ängstigt, eine neue Gesellschaft löst Ängste aus, der andere Medizinbetrieb mit seinen schwer verstehbaren Diagnosen verstört die Menschen die zu uns fast immer in eine total andere Welt gekommen sind.